Jetzt kaufen
Der Terror führt Regie

Im Dutzend zur Hölle

Alberto De Martino - 1973

Alternativtitel:

  • Il Consigliori (IT)
  • El Consejero (SP)
  • Counselor at Crime (US)
  • De Don van San Francisco (NL)
  • Le Conseiller (FR)
  • JAHR:1973

Mitwirkende:

  • PRODUKTION: I/SP; Capitolina Produzioni Cin.che/Stars Films
  • REGIE: Alberto De Martino
  • DARSTELLER: Martin Balsam (Don Antonio), Tomas Milian [Rodriguez] (Thomas Accardo), Francisco Rabal (Don Vincent Garafalo), Dagmar Lassander (Laura), Eduardo Fajardo (Calogero Vezza), Giovanni Pazzafini (Schläger auf Sizilien), Perla Cristal (Dorothy), Carlo Tamberlani (Don Michele Villabate), Manuel Zarzo, John Anderson (Don Vito), Franco Angrisano (Torrillo), Fortunato Arena (Schläger auf Sizilien), Carlo Gaddi, Giovanni Pallavicino, Giovanni Carbone, Carla Mancini, Lorenzo Piani, Sacheen Littlefeather (Callgirl), Ray K. Gorman (Sergeant Dieterle), Les Waggoner (Torrese)
  • DREHBUCH: Adriano Bolzoni, Alberto De Martino, Vincenzo Flamini, Leonardo Martin
  • KAMERA: Aristide Massaccesi, Raphael Pachecoi
  • MUSIK: Riz Ortolani
  • SCHNITT: Otello Colangeli
  • KINO: 12.7.1974 - 2761m [101min] - WARNER-COLUMBIA
  • VIDEO: STARDUST (IT); MITEL VIDEO (IT)
  • LÄNGE: 1h 37min 22sec (SAT1); 1h 37min 48sec (STARDUST; MITEL)

Inhalt:

Im Dutzend zur Höelle

Im Dutzend zur Hölle sollte man lieber die deutschen Titelgestalter schicken, welche den Film in die Nähe von Kriegsabenteuern wie Das dreckige Dutzend verlegt haben. Stattdessen taten sich hier italienische und spanische Produktionsfirmen zusammen, um ihren Darstellern die Reise nach New Mexico zu bezahlen, wo sie einen Bandenkrieg porträtieren sollten. Dabei finden sich einige erlesene Namen sowohl vor als auch hinter der Kamera wieder.

Der vielbeschäftigte Martin Balsam spielt Don Antonio, den Herren über die kalifornische Westküste, der sein Syndikat nach bewährten Regeln und Moralvorstellungen führt. Innerhalb seiner Leute gibt es eine Gruppe um den ehrgeizigen Don Vincent Garafalo (Francisco Rabal, Die Rache bin ich), welcher die Macht mit brutalen Methoden an sich reißen will. Auslöser für einen Mafiakrieg wird schließlich Don Antonios Patenkind Thomas, gespielt von Thomas Milian mit ungewohnter Ruhe und Zurückhaltung. Er will fortan lieber mit der kleinen Daggi Lassander ein Haus im Grünen bewirtschaften, als ständig den Lauf einer Pistole im Nacken zu spüren. Damit ist ein ungeschriebenes Mafia-Gesetz gebrochen, denn die 'Familie' darf man unter normalen Umständen niemals verlassen. Garafalo beginnt mit einer gnadenlosen Hetzjagd auf Don Antonios Leute, der bald fast völlig ohne Untergebene dasteht. De Martino scheut sich hier - zum Vergnügen des Zuschauers - nicht, einige ausgesucht brutale Sequenzen unters Volk zu bringen. So wird ein ca. sechsjähriges Mädchen von einer Briefbombe zerfetzt und ein verräterischer Pizzabäcker bei lebendigem Leibe verbrannt. Schließlich kehrt Thomas zu Don Antonio zurück, dem er alles verdankt und nimmt gemeinsam mit den wenigen noch verbliebenen Getreuen den Kampf auf, der sich in den letzten 20 Minuten auch auf Sizilien ausweitet.

Im Dutzend zur Hölle ist ein Film, der einen in sich geschlossenen Mikrokosmos zeigt, in dem Außenstehende wie etwa die Polizei keine Rolle spielen. Es gibt zwar positive und negative Figuren, sie alle aber sind letztlich Teil der Mafia und somit per se übeltäter. Das ist wohl das, was der Filmdienst als 'fehlende kritische Distanz' beschreibt. Nun haben wir hier aber ein Stück Unterhaltung, das durchaus mit dieser Figurenkonstellation funktionieren kann. Spannung und Action anstelle von Gesellschaftkritik stehen im Vordergrund, De Martino ist halt kein politischer Aufklärer. Die einzigen beiden näher charakterisierten Ordnungshüter sind bezeichnenderweise rechte Schweine. Der eine hat sich an Garafalo verkauft und führt blindlings dessen brutale Befehle aus, der andere ist ein Redneck, der 'Itacker' schon mal grundsätzlich nicht ausstehen kann. Auch Frauen spielen ähnlich wie in John Woos Werken (die von der Dramaturgie einigen italienischen Gangsterfilmen sehr ähneln!) überhaupt keine tragende Rolle, was angesichts der Lassander äußerst traurig anmutet. Dafür bekommt man im letzten Abschnitt des Streifens Pazzafini, Fortunato und vor allem den aus unzähligen Spaghetti-Western bekannten Eduardo Fajardo zu Gesicht. Alles wird von Massaccesi, De Martinos Hauskameramann (auch Ein Mann geht aufs Ganze, Mafia-Boss), mit guter Kamera eingefangen und von Riz Ortolanis hier sehr amerikanisch klingendem Score untermalt.

Warum bloß kann mich der Film nicht besonders von den Sitzen reißen? Vielleicht liegt es daran, daß er zwar sehr professionell aber irgendwie zu trocken ausgefallen ist. Die Geschichte bietet kaum Platz für überraschungen oder irgendwelche Sleaze-Sequenzen. Alles erstickt fast in einstudierten Mafia-Ritualen. Der Film gehört natürlich dennoch zur erweiterten Oberklasse des Genres, aber für meinen Geschmack ist De Martino nie wieder so ein gutes Werk wie der Exploitation-Knaller Exzess/Mord im schwarzen Cadillac mit Robert Hoffmann und der süßen Romina Power gelungen. (CR)

'Im Dutzend zur Hölle' vollständig besprochen - Jetzt 'Der Terror Führt Regie' online bestellen


Start |  Seitenanfang |  "Der Terror führt Regie" eBook |  "Der Terror führt Regie" Neuauflage